Nothilfeempfänger in Wattwil
In Wattwil sind den Asylbewerbern zwei Standorte zugewiesen. Seit Januar 2008 ist Bernhard Schmid Ansprechperson an der Ebnaterstrasse. Dort leben Asylsuchende mit verschiedenem Status. Die zwölf Personen auf Nothilfe stammen aus Iran, Afghanistan, Nigeria, Gambia und Palästina. Mittlerweile erhielt einer den B-Ausweis (anerkannter Flüchtling), einer den F-Ausweis (vorläufige Aufnahme), einer wurde ausgeschafft, einer ist freiwillig zurückgekehrt und zwei sind untergetaucht. Acht Personen mit N Ausweis (Verfahren noch hängig) sind Somalier und Tamilen. Eine fünfköpfige Familie verfügt über einen B-Ausweis und eine Person bezieht Sozialhilfe.
An der Ebnaterstrasse verrichten wir auch einige Hauswartsdienste. Dies ermöglicht uns, den Asylanten für Reinigungsarbeiten einen kleinen Geldbetrag zuzustecken
Der andere Standort befindet sich im Schulhaus Hummelwald, wo Gerhard Siegrist seit anfang Februar 2009 elf Nothilfeempfänger begleitet. Die meisten stammen aus Nigeria. Im Verlauf des Jahres sind zwei untergetaucht, einer ist freiwillig zurückgekehrt und einer wurde ausgeschafft.
Ein Asysuchender kann in Wattwil folgende Angebote in Anspruch nehmen:
- Geldausgabe am Dienstag, wenn die beiden Brockenhäuser geöffnet sind
- Deutschkurse, neuerdings am Montag, Dienstag und Mittwoch
- am Donnerstag die Lebensmittelausgabe für einen Franken
- alle zwei Wochen Mittagstisch in der evangelischen Kirche
Die meisten Nothilfeempfänger haben sich mittlerweile mit je verschiedenen Strategien an die Langzeitnothilfe gewöhnt, wobei ihre Demütigung oder Resignation oft zu spüren ist.
In dieser Situation verspüren wir mit Dankbarkeit die moralische und zum Teil finanzielle Unterstützung verschiedener kirchlicher Kreise.



