Gemeinsam, laut und solidarisch: Unser Tag an der Demo in Bern
Um 10 Uhr ging’s los: Beim vereinbarten Treffpunkt neben der Fachhochschule fanden wir zusammen, verstauten Plakate und Taschen und stiegen in unseren Mini-Van Richtung Bern. Ferienzeit und volle Terminkalender hatten unsere Gruppe etwas schrumpfen lassen, doch unser kleines, aber feines Trüppli war bereit. Gemeinsam wollten wir an diesem Tag für eine menschenwürdige Asylpolitik und für Solidarität über Grenzen hinweg einstehen. Von Demo-Erstlingen bis zu erfahrenen Parolenruferinnen war alles dabei.
Zweieinhalb Stunden später erreichten wir Bern. Die Sonne brannte inzwischen kräftig, und auf der Schützenmatte trafen immer mehr Menschen ein: Organisationen aus der ganzen Schweiz, Aktivist:innen, Familien, Freund:innen und Menschen unterschiedlichster Hintergründe kamen zusammen. Die ersten Reden eröffneten die Demonstration. Leider schafften sie es akustisch nicht ganz bis zu uns nach hinten, doch die Energie auf dem Platz war deutlich zu spüren. Alle warteten darauf, endlich gemeinsam loszuziehen. Wir reihten uns bei unseren Zürcher Kolleg:innen (Solinetz Zürich) ein und plötzlich war da dieses schöne Gefühl, Teil von etwas Grösserem zu sein.
Dann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Trommeln, eine Blaskapelle, Rufe und Stimmen machten die Strassen laut und lebendig. Fahnen und Transparente ragten in die Höhe. Überall Botschaften gegen Abschottung, Ausschaffungen und eine Politik, die die Würde von Menschen zu oft aus dem Blick verliert. Auch unsere Gruppe war mit wunderschönen, liebevoll gestalteten Plakaten unterwegs – ein herzliches Dankeschön an unsere Teilnehmenden für die kreative Arbeit!

Und natürlich wurden auch unsere Stimmen laut:
«No borders, no nations – stop deportations!»
Besonders schön war die Vielsprachigkeit der Parolen. Sie erinnerte uns daran, wie vielfältig die Schweiz längst ist und eigentlich schon immer war. Nicht alle müssen dieselbe Sprache sprechen, um miteinander verbunden zu sein. Wir können einander verstehen, miteinander lachen und gemeinsam für etwas einstehen. Warum sollte das nicht auch über Grenzen hinweg und auf politischer Ebene möglich sein?

Tausende Menschen zogen von der Schützenmatte über den Waisenhausplatz und am Zytglogge-Turm vorbei bis vor das Bundeshaus. Dort standen nochmals jene Stimmen im Zentrum, um die es an diesem Tag ging: Menschen mit eigener Migrations- und Fluchterfahrung. In bewegenden und zugleich ermutigenden Reden berichteten sie unter anderem von den Realitäten in Ausschaffungsgefängnissen, problematischen Rückführungen in die Türkei und frauenspezifischen Ungerechtigkeiten im Asyl- und Migrationssystem.
Für uns war die Demonstration vor allem eines: ermutigend. Sie zeigte, wie viele Menschen in der ganzen Schweiz dafür einstehen, dass Menschen in Sicherheit leben können und dass Sicherheit mehr bedeutet als die Abwesenheit von Gefahr. Es geht auch darum, mit Würde und Respekt behandelt zu werden und die Chance auf ein gutes Leben zu erhalten.
Am Abend machte sich unser kleines Trüppli müde, aber zufrieden auf den Heimweg. Mit vielen Eindrücken, neuen Begegnungen und vor allem einem starken Gefühl von Gemeinschaft.
Danke an alle, die mit uns nach Bern gekommen sind und ebenso an alle, die die Demonstration und unsere Arbeit auf andere Weise unterstützt haben. Ein grosses Dankeschön geht auch an Solidarité sans frontières für die Organisation dieses wichtigen Tages.
Auf ein nächstes Mal – gemeinsam, laut und solidarisch.





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